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Auftrag per Sprache im Werkstattprozess - Teil II

27. Sept.
2 Min. Lesezeit

Was in der Halle gesprochen wird, muss als abrechnungsfähiger Auftragstext im System stehen. Sonst entscheidet am Montag ein schwer lesbarer Zettel darüber, was am Freitag geleistet wurde.

Achim Ziemons · DIE ASG


Freitag, kurz vor Feierabend. An einer Sattelzugmaschine hat ein Mechaniker neben dem Auftrag noch einen Halter ersetzt und eine Leitung neu verlegt. Am nächsten Arbeitstag notiert er es auf der Rückseite des Auftrags, so gut es mit öligen Fingern geht. Am Montag liest die Serviceannahme „Halter + Leit.“ und fragt in der Halle nach. Der Kollege ist unterwegs. Die Rechnung geht mit dem raus, was sicher ist oder muss liegen bleiben.


Die Arbeit ist geleistet, das Teil verbaut, der Kunde zufrieden. Ein Teil davon erreicht die Rechnung trotzdem nicht. Ich halte das für eine Prozessfrage, nicht für einen Vorwurf an die Werkstatt: Wo wird eine erledigte Arbeit sichtbar, bevor sie als Ertrag verloren geht?


Bei der Osterath GmbH in Willich, einem Betrieb mit Nutzfahrzeugwerkstatt, Ersatzteilverkauf, Gebrauchtfahrzeughandel und Sonderfahrzeugbau, habe ich Ende 2024 gemeinsam mit meinem Entwicklungspartner Lars Hennig an genau dieser Übergabe angesetzt. Die Fachzeitschrift PROFI Werkstatt hat den Betrieb in Ausgabe 1/2026 porträtiert.


Der Annahmemeister, der Mechaniker und bei der Auftragsabnahme wird der Auftrag direkt am Fahrzeug in ein Diensthandy gesprochen. Die Anwendung führt ihn im Dialog durch Eingangskontrolle, Reparaturannahme, Werkstattarbeiten, Ausgangskontrolle und Statusmeldung. Er kann Umgangssprache oder seine Muttersprache verwenden, selbst auch halbe Sätze. Daraus entsteht ein sauberer, abrechnungsfähiger Auftragstext, der sofort im vorhandenen Auftragssystem steht. Wo es zu laut ist, funktioniert die Eingabe auch per Touch.

Drei Beobachtungen aus dem Projekt sind für mich über den einzelnen Betrieb hinaus wichtig:

  • Der Ablauf kommt zuerst, die Technik danach. Die Mitarbeiter wurden vor der Entwicklung gefragt, wo es im Alltag hakt, was sie stört und ob Smartphone oder Tablet besser passt. „Akzeptanz entsteht nur, wenn die Lösung aus der Praxis heraus gedacht wird“, sagt auch einer der Inhaber Michael Osterath.

  • Jede Funktion muss Arbeit leichter machen. „Die Technologie soll den Menschen unterstützen und nicht zusätzlich belasten“, sagt sein Bruder Thomas Osterath. Daran muss sie sich im Werkstattalltag messen lassen.

  • Über die nächsten Schritte entscheidet der Betrieb. Das Werkzeug ist ein Baustein, auf dem Osterath weiter aufbauen kann, als Nächstes in der Teilelogistik. Wie weit und wann, liegt beim Betrieb.

Für die Führung folgt daraus eine konkrete Entscheidung: An welcher Übergabe wird heute geprüft, ob jede erledigte Arbeit die Rechnung erreicht? In zwölf Monaten sollte sich daran ablesen lassen, ob das Problem zuverlässig erkannt wird oder weiter zwischen Halle und Büro verschwindet.


Quelle: PROFI Werkstatt 1/2026, S. 6–10 (Dieter Väthröder) mit Informationen von DIE ASG und Osterath GmbH


Ihr nächster Schritt, wenn auch Sie KI nützlich in Ihre Prozesse einbinden wollen: ein Erst-Call zur Einordnung (kostenfrei, 30 Minuten). Ich prüfe dabei, ob ich helfen kann. Das Ergebnis darf auch lauten, dass sich ein Vorhaben derzeit nicht lohnt.




Achim Ziemons · DIE ASG — DATA-driven Predictive Business. AI-based.

 
 
 

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